Hochsensibilität

20.02.2020

Hochsensible Menschen werden durch Menschenansammlungen, Stress, Lärm, aber auch durch schlechte Stimmung Anderer schnell überfordert oder ermüdet. Emotionen (sowohl die eigenen als auch die Anderer) werden sehr intensiv wahrgenommen. Darum haben Hochsensible viel öfter das Bedürfnis sich zurückzuziehen. Je nach Definition spricht man davon, dass etwa 15% - 20% der Bevölkerung hochsensibel ist.
(Bild: lizenzfrei von DreamyArt auf pixabay.com)

"Sei doch nicht so eine Mimose!", oder: "Nimm dir doch nicht alles zu Herzen!", sind Standardsätze, "zart besaitet" oder "eine Haut zu wenig" Schlagworte, die Hochsensible oft hören, aber wenig bringen, weil sie am Kern des Problems vorbeigehen. Ähnlich sinnlos wäre es jemanden zu fragen: "Warum hast du nicht abstehende Ohren so wie Andere auch?" oder "Warum hast du nicht blaue Augen? Andere haben auch blaue Augen." Das Nervensystem von Hochsensiblen ist sehr feinfühlig ausgestattet, Reize werden viel intensiver verarbeitet. Daher nehmen Hochsensible feinste Emotionen wahr, wo viele andere Menschen überhaupt nichts spüren.

Was nun tun, wenn man selbst hochsensibel ist? Es gibt keinen Schaden, wo nicht ein Nutzen dabei ist, jeder Nachteil hat auch einen Vorteil! Wenn man sich selbst so akzeptiert, wie man ist, ist der Weg frei. Der vermeintliche Nachteil wird dann zu einem Vorteil, zu einem Talent, zur Stärke. Eine Möglichkeit, zu Selbstakzeptanz zu kommen, wäre das Nach-Innen-Schauen, eine andere, die Meditation (Blog-Beitrag folgt demnächst).

Ich selbst habe unter meiner Sensibilität jahrzehntelang gelitten. Erst jetzt, nachdem ich viele selbstentwertende Glaubensmuster aufgelöst habe, kann ich meine Feinfühligkeit selbst annehmen und gewinnbringend einsetzen. Einsetzen für andere, um sie auf dem Weg zu begleiten, den ich schon gegangen bin, oder generell für Menschen, die Probleme haben, weil die feine Wahrnehmung nicht nur für negative Emotionen, sondern auch für Trigger, Auswege und Lösungen geschärft ist.

Buchtipp: Susan Marletta-Hart: Leben mit Hochsensibilität. Herausforderung und Gabe. Aurum Verlag, 8. Auflage, 2015.